Brennende Wolle, © Walter Aigner

"die WOLLE der MENSCH das SCHAF"

11.10.2026

Euskirchen-Kuchenheim

Schafe in Europa – romantisch oder harte Arbeit? Die Antwort ist vielschichtig, denn der tierische Rohstoff Wolle steht wie kaum ein anderer zwischen Tradition und Zukunftsfähigkeit. Passend zur aktuellen Sonderausstellung „Von der Wolle“ lädt das LVR-Industriemuseum ein, sich dem Thema mit dem Film “die WOLLE der MENSCH das SCHAF” von Walter Aigner zu nähern und mit weiteren Akteuren rund um Schafhaltung und Wollverarbeitung ins Gespräch zu kommen.

Der Filmemacher Aigner ist quer durch Europa gereist, hat recherchiert und dokumentiert. Sein beeindruckender Film feierte im Frühjahr Premiere und wird nun in der historischen Shedhalle der Tuchfabrik Müller gezeigt. Im Anschluss findet eine Diskussionsrunde mit ihm, Frieda Feld von rh:ool Yarn, mit Simon Darscheid, Schäfer und Vorsitzender des Schafzuchtvereins im Bezirk Bergisches Land, sowie mit dem Publikum über die Herausforderungen der europäischen Schafhaltung und die Bedeutung von Nachhaltigkeit statt. Die Moderation übernimmt Dr. Christiane Lamberty, Kuratorin der Ausstellung.
Aigner plädiert für eine höhere Wertschätzung der Wolle, aber auch für die gesamte Arbeit, die speziell Wanderhirten mit ihren Herden für den Schutz und die Erhaltung der Kulturlandschaft leisten. Von wachsender Bedeutung ist die Rolle der Schafe für den Schutz vor Waldbränden oder Erosion. Diese Bedeutung spiegelt sich aber keineswegs in angemessenen Wollpreisen oder einer höheren Abnahme der anfallenden Wollmengen wider. In Deutschland werden schätzungsweise gerade einmal 30 % der Wolle genutzt. Gerade für kleinere Mengen stellt sich oft die Frage nach geeigneten Verwertungsketten. Dabei kann jede Wolle „Top-Produkt“ sein, wenn mit dem passenden Knowhow das Richtige draus macht. Von Rumänien bis Portugal hat Aigner Menschen getroffen, die mit viel Engagement und Überzeugung daran arbeiten, dass der einst so wertvolle Rohstoff nicht mehr im Feuer landet. Dabei geht es nicht nur darum, dass Wolle als Material für Kleidung, Heimtextilien oder im Bau verwendet wird. Auch die Umwelt erleidet Verluste durch den Rückgang der Schafhaltung. Denn die Beweidung durch Schafe sorgt für Biodiversität in der Natur und Landschaftspflege zum Beispiel auf Deichen. Der Kreis schließt sich, wenn – wie ganz in der Nähe in Düsseldorf und Köln – die Wolle der sogenannten „Rheinschafe“ durch die Initiative rh:ool Yarn als Garne für Pullover oder Schals vermarktet werden.

Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute, aber auch an Endverbraucher*innen, die sich mit ihren Konsumgewohnheiten auseinandersetzen müssen und auf der Suche nach Alternativen zum klimaschädlichen Verbrauch billiger Massengüter sind.

Für die Gäste der Abendveranstaltung besteht zudem die Möglichkeit sich einem geführten Rundgang durch die Sonderausstellung anzuschließen: Um 16 Uhr gibt es mit der Kuratorin besondere Einblicke in die Entstehung der Ausstellung. Die Teilnahme ist kostet 3 Euro, die Anzahl der Gäste ist begrenzt.

Bereits um 14.30 Uhr findet eine öffentliche Führung statt, die Teilnahme ebenfalls kostet 3 Euro zzgl. Eintritt. Alle Tickets sind vorab im Webshop oder vor Ort an der Museumskasse erhältlich. 

Uhrzeit: 18.00-21.00 Uhr
Kosten: unterschiedlich
Ort: Euskirchen, LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller, Carl-Koenen-Straße 25b
Info-Tel.: 02234. 9921555
E-Mail: info@kulturinfo-rheinland.de

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Auf einen Blick

Termine

  • Einmalig am 11. Oktober 2026
    Um 18:00 Uhr

Ort

Carl-Koenen-Str. 25b
53881 Euskirchen-Kuchenheim

Kontakt

LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller
Carl-Koenen-Str. 25b
53881 Euskirchen-Kuchenheim
Telefon: (0049) 2234 9921555

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