Wanderung, © Städteregion Aachen, Dominik Ketz

Römischer Bergbau

Stolberg

Zwischen den Flurstücken „Grunsenbruch“ (Baumgruppe mit Teichen rechts), „Bovenheck“ (Sportplatz Gressenich links) und dem Steinbruch wurden mehrere Fundstellen römischer Besiedlung entdeckt, die auf ein Zentrum römischer Bergbau- und Verhüttungsindustrie schließen lassen.

Die beiden Teiche im „Grunsenbruch“ stellen die vollgelaufenen Gruben des römischen Bergbaus dar. In den Trümmerstreuungen sind auffallend viele Eisen- und Schwermetallschlacken angetroffen worden. Bei
Aufschlussarbeiten in der benachbarten Flur „Schieverling“ wurden im 19. Jh. durch Bergleute der Grube Diepenlinchen Reste alter Reifenschächte sowie römische Münzen und andere Überreste gefunden.

Die vielen Scherbenfunde zwischen den gefundenen Schlackeresten, insbesondere in der Flur „Mausbacher Hecken“ wurden vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) als römischen Ursprungs aus dem Zeitraum 1.- 4. Jh. identifiziert. Der antike Abbau scheint sich insbesondere auf Eisenstein, Blei und wahrscheinlich auch Galmei konzentriert zu haben, wenngleich bei Galmeiverhüttung keine Schlackereste entstehen. Zusammen mit Kupfer stellten daraus bereits die Römer Messing her, das eine hohe Wertschätzung genoss. Als Münzmetall beispielsweise wurden daraus ab der Zeit von Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) Sesterze geprägt. Ein auf der Werther Heide befindlicher Bereich jedoch scheint ein Galmeibranntplatz gewesen zu sein, da hier eine kreisrunde Stelle vollkommen vegetationsfrei ist und im Randbereich eine üppige Galmeiflora aufweist.

Das Alter des Platzes ist nicht bestimmt, jedoch ist diese Art der Galmeikalzinierung seit der Antike bis ins frühe 19. Jh. praktiziert worden. Die Karte zeigt die Bereiche, an denen Streuungen von Trümmern, Ziegeln und Schlacken sowie Scherbenfunde gemacht wurden.

Brennen (Kalzinieren) von Galmei: Das Brennen von Galmei war für die Weiterverarbeitung zu Messing zwingend notwendig. Hierbei wird das Zinkkarbonat in Zinkoxid und Kohlendioxid oxidiert (ZnCO₃ → ZnO + CO₂).

In der einfachsten Form wird eine runde Fläche von ca. 40 m Durchmesser mit Reisigbündeln, Holzkohle oder Holz etwa einen Meter hoch ausgelegt, worauf dann eine dichte Lage Galmeibrocken geschichtet wird. Der entstandene „Meiler“ wird abgebrannt.
Dabei entsteht „Branntgalmei“, das gemahlen und mit Kupfer zu Messing verarbeitet wird. An der Brennstelle verbleiben Restkonzentrationen von Zink, Blei und Cadmium.

(Text: Jens Mieckley)

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